Packen ist eine Aufgabe, die ich wie alles Unangenehme oder Überfordernde, lange planlos vor mich herschiebe.
Am Weihnachtstag gibt es aber keine Ausrede mehr, denn am nächsten Morgen ist Abflug. Stundenlang suche und trage ich im ganzen Haus allerlei Dinge zusammen. Und ich merke, wie sich das Packen zu einer prickelnden strategischen Denkaufgabe entwickelt: Was will, was muss und was kann ich überhaupt mitnehmen? Ich denke in Szenarien, gehe wie auch sonst im Leben vom schlimmsten anzunehmenden Ereignis aus: Was wenn mein Koffer die Überreise nach Muskat nicht schafft?
Die alles entscheidende Frage lautet also: Was ist schlimmer, ohne Schlafsack oder ohne Thermomatte in die Wüste zu fahren?
Schlafsack. Denn lieber liege ich warm und hart als kalt und weich.
Die Thermomatte geht also in den Koffer, der Schlafsack begleitet mich in die Kabine.
P.S.: Bereits in der ersten Nacht in der Wüste lässt mich die Thermomatte im Stich. Vermutlich ist das Ventil undicht geworden, weshalb die Matte über die Nacht hinweg konstant Luft verlor. So lag ich trotz zusätzlicher Matte relativ hart in der Wüste. Ich hätte sie also gerade so gut zu Hause lassen können. Trotz allem mochte ich die Thermomatte nicht Oman zurücklassen. Vielleicht kann ich sie ja noch reparieren. Das ist zumindest meine Hoffnung.
